20.1.2026

Wir wohnen jetzt ein Jahr in dem Haus!

Wir, das sind Pauline (7), Alexander (9), Valeska (45) und Uli (44), sind im Dezember 2024 als eine der ersten neuen Bewohner in Refraths Mehrgenerationenhaus an der Wallburg eingezogen.


Ein großer Schritt, auf den wir vier uns sehr gefreut haben: die Kinder würden jeder ein eigenes Zimmer bekommen, die Eltern eine neue Küche, ein kleiner Spielplatz direkt am Haus, Neubau, Fahrradkeller usw. -> jede Menge äußere Annehmlichkeiten, die zu dieser besonderen und einzigartigen Nachbarschaft dazukommen. Wir haben uns sehr gefreut auf diese „Nachbarschaft Plus“, in der wir hoffentlich tolle interessante Menschen als Nachbarn haben werden.


Herausfordernd und mutig war es trotz aller Vorfreude: wie werden die Nachbarn sein, wird es uns (die vorher im Zweifamilienhaus gewohnt haben) evtl. zu eng neben 29 anderen Wohnparteien und einer 9er WG zu leben? Und wie werden diese Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten (jung, alt, fit, teilweise eingeschränkt, Einzelpersonen, Familien, Paare, Rentner, Alleinerziehende) drauf sein? Mögen wirklich alle Kinderlärm und tolerieren unsere Art zu leben inklusive Freude, Musik, Toben, aber auch eben Streit und Dreck und stehengelassene Roller? Werden wir es schaffen hilfsbereit zu sein und gleichzeitig unsere Privatsphäre zu wahren? Wie wird das Leben mit so vielen unterschiedlichen Menschen, die alle ihre Meinung sagen sollen, um in friedlicher, demokratischer Gemeinschaft zusammenzuleben? Wir werden Gemeinschaftsbereiche haben, die wir zusammen einrichten, aber auch pflegen müssen. Alle sollen möglichst eingebunden sein in dieses Gemeinschaftsleben, aber jeder bringt andere Voraussetzungen, Möglichkeiten und Voraussetzungen mit.


Veränderungen benötigen Mut und sind teilweise herausfordernd, denn wir müssen uns (übrigens immer noch) kennenlernen mit unseren unterschiedlichen Charakteren, Lebensweisen und Meinungen.
Zum Glück hatten wir zu viert diesen Mut, denn wir wurden und werden belohnt mit einem schönen neuen Zuhause in einer lebendigen vielfältigen Nachbarschaft. Diese Nachbarn hatten schließlich alle den Mut, sich auf Neues einzulassen, der letztlich den Erfolg unseres Konzepts ausmacht.

Ja, es ist manchmal auch anstrengend, wenn das Handy vor neuen (wichtigen/unwichtigen) Nachrichten platzt, wir unterschiedlicher Meinung sind, jeder andere Bedürfnisse hat, die Türe mal wieder offen steht (wer war’s ?) und die Paketboten unsere neue Straße nicht finden. Da braucht es gegenseitigen Respekt und den Willen, nach Lösungen zu suchen, die für alle funktionieren. Zusätzlich arbeiten wir als Hausgemeinschaft ständig an guter Kommunikation und üben uns im systemischen Konsensieren (eine Methode, um in einer Gruppe einen für alle angenehmen Konsens zu erzielen anstelle einer rein mehrheitlichen Zustimmung).
Wir als Familie fühlen uns hier sehr wohl und freuen uns, wenn man im Chat sieht wie schnell jemand geholfen wurde oder sich Freundschaften entwickeln und das erste sommerliche Grillfest bei allen ein Gefühl von Gemeinschaft und Zuhause im Herzen erzeugt hat.


Ein weiteres Plus, was auch mutig war: unser Opa Norbert ist im März auch eingezogen und es ist für ihn sowie für uns ein absoluter Mehrwert und Gewinn, wir unterstützen uns auf kurzem Wege und genießen gleichzeitig jeder unsere Eigenständigkeit. Und Nein, wir gehen uns nicht auf den Nerv, im Gegenteil, wir sind froh das wir uns durch unser gemeinsames Zuhause zufällig immer mal wieder über den Weg laufen, denn er und wir haben einen lebendigen Alltag mit vielen Terminen, in dem
wir uns aber gegenseitig gerne unterstützen.


Fazit: Es war ein mutiger Schritt, der unser Leben bereichert und unseren Horizont erweitert.

Veröffentlicht im Bewegungsmelder: Katholische Pfarrzeitung für Refrath/ Frankenforst, Ausgabe 2025

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